Mit dem CSU-Ortsverband zu den Neubauprojekten in Seiboldsdorf und Am Staudenbichl
Vor gut drei Jahren wurde die Wohnungsbaugesellschaft Traunstein gegründet und arbeitet seither erfolgreich u.a. daran, neuen Wohnraum für die Traunsteiner Bürger zu schaffen. Davon konnten sich die Besucher der Veranstaltung „60 Minuten Stadtpolitik“ des CSU-Ortsverbands bei der Besichtigung der Neubauprojekte in Seiboldsdorf und Am Staudenbichl überzeugen.
Trotz hoher Temperaturen fanden sich zahlreiche Bürger zur Baustellenbesichtigung am Vierseithof in Seiboldsdorf ein. Bei seiner Begrüßung kündigte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer an, dass die ersten Wohnungen schon in diesem Jahr bezogen werden können. Im Rahmen der Führung erklärte der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Josef Scharnagl, unterstützt vom Projektentwickler Michael Thusbaß, dass es sich beim Vierseithof um vier einzelne Gebäude mit einem geschützten Innenhof handle. Nachhaltigkeit spielt dabei eine große Rolle: Gebaut werden die 50 Wohnungen und der Gemeinschaftsraum gemäß dem KfW 40-Standard, auf den Dächern findet sich eine 100-kW-Photovoltaikanlage und auf dem Dorfplatz wird eine Ladeinfrastruktur für E-Autos installiert. Besichtigt wurden zwei schöne Dachgeschosswohnungen, wobei jede eine Terrasse bzw. einen Balkon hat. Die Wohnungen sind in der Regel barrierefrei und haben dank einer sogenannten Laubengangerschließung alle eine eigene Haustür.
Die Wohnungen gibt es in unterschiedlichen Größen von einem bis zu fünf Zimmern, auch die Lebenshilfe gehört zu den Mietern. Bei 32 Wohnungen handelt es sich um geförderten Wohnraum, die restlichen werden frei finanziert vermietet. Bei Letzteren beträgt die Nettokaltmiete 13,50 €/qm, bei den geförderten Wohnungen für Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein zwischen 6,50 und 9,50 €/qm, je nach Haushaltseinkommen. Wie Scharnagl zur besseren Einordnung erläuterte, haben rund 60 Prozent der Deutschen einen Anspruch auf einen solchen Mietzuschuss. Dabei gilt, dass die geförderten und die nicht geförderten Wohnungen alle gleich ausgestattet sind, sie verfügen sämtlich über eine Fußbodenheizung sowie eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung, wodurch die Bildung von Schimmel vermieden wird.
„Hier entsteht ein neues Quartier, die Bewohner sollen sich treffen“, erklärte Scharnagl - und zwar sowohl die des Vierseithofs als auch die der umliegenden 27 Einfamilienhäuser, die von Traunsteiner Bürgern im Rahmen eines Ansiedlungsmodells errichtet werden. Als Treffpunkt sollen sowohl der 75 qm große Gemeinschaftsraum als auch der teilweise begrünte Innenhof und der Dorfplatz dienen.
Die zweite Station der „60 Minuten Stadtpolitik“ war das Neubauprojekt Am Staudenbichl. Hier werden derzeit 18 Reihenhäuser errichtet, die ebenfalls dem KfW 40-Standard entsprechen und bei denen jeweils sechs über eine gemeinsame Energiezentrale verfügen. Da die Häuser komplett gleich sind, konnte nicht nur beim Planungshonorar gespart werden, auch beim Bauen ergeben sich Skaleneffekte. Zwölf Häuser sind bereits verkauft, die restlichen sechs werden vermietet. Darüber hinaus entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 15 zum Teil geförderten Mietwohnungen. Auch hier sollen u.a. ein Gemeinschaftsraum und ein Spielplatz zu einer guten Gemeinschaft der Bewohner beitragen.
„Die Traunsteiner Wohnungsbaugesellschaft ist eine Erfolgsgeschichte“, resümierte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Und die Bilanz der ersten drei Jahr kann sich durchaus sehen lassen. Bislang besitzt die Stadt 300 Wohnungen, 80 neue Wohnungen entstehen derzeit. Ziel ist, noch weitere 100 bis 150 zu bauen, was jedoch von der Förderung abhängt. Im Bereich des geförderten Wohnraums ist geplant, pro Jahr 30 neue Wohnungen fertigzustellen. Ein wichtiges Anliegen der Wohnungsbaugesellschaft ist es dabei, dass nicht nur neuer Wohnraum geschaffen wird, sondern dass auch ein lebendiges nachbarschaftliches Zusammenleben entsteht.