Großer Andrang beim CSU-Seniorencafé mit Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer
Rund 120 ältere Mitbürger fanden sich zum Seniorencafé des CSU-Ortsverbands im Sailerkeller ein und hörten mit großem Interesse den Ausführungen von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zu, der sich bei den bevorstehenden Kommunalwahlen um eine weitere Amtszeit bewirbt.
In seinen einleitenden Worten erinnerte Hümmer an die letzten Kommunalwahlen im Jahr 2020: Seinerzeit waren die heutigen Krisen noch in weiter Ferne bzw. deuteten sich gerade an. Heute sei die Lage eine andere, aber: „In Traunstein leben wir in einer Oase.“ Die Stadt habe sich sehr positiv entwickelt. Natürlich gebe es noch das eine oder andere zu tun, doch „wir sind auf einem sehr guten Weg“. Insgesamt sei Traunstein interessanter geworden und werde sehr positiv wahrgenommen. Das zeige sich auch an der wachsenden Zahl an Tagestouristen. Angefangen habe dies mit dem KulTSommer, bei dem für jeden Musikgeschmack etwas dabei sei. Im vergangenen Jahr habe es zudem noch das Stadtjubiläum sowie das Gaufest gegeben. Gelegentlich werde er, so Hümmer, deshalb als „Bierzeltbürgermeister“ bezeichnet, doch bei den ganzen Feierlichkeiten gehe es nicht nur ums Feiern, sondern um den wirtschaftlichen Erfolg. Besucher würden angelockt, und auch Investoren, die erkannten, dass die Stadt im Aufschwung ist. Und genau das gelte es weiterzuführen.
Ein Hotel und 200 neue Wohnungen
Doch was kommt auf uns zu? Traunstein bekommt ein Hotel mit 100 Zimmern, die Baugenehmigung wurde gerade unterschrieben. Ein Hotel hat schon lange gefehlt, so Hümmer, unter anderem auch für Familienfeiern. Ein weiterer Schwerpunkt: Wohnen bezahlbar machen. Seit 2023 - und damit seit der Gründung der Wohnungsbaugesellschaft - habe die Stadt für ihre Bürger 100 Wohnungen mit einer Miete zwischen 6 und 13 Euro pro Quadratmeter gebaut. Das reiche jedoch noch nicht aus, in der neuen Periode sollen 200 Wohnungen gebaut werden, und das dank der guten Kontakte ins Bauministerium mit erheblicher Unterstützung des Freistaats.
Auch in der Innenstadt hat sich viel getan. Mit Stolz verwies Hümmer auf die Neugestaltung des Maxplatzes, die dank kluger Planung und dem effizienten Zusammenwirken aller Beteiligten vom Beschluss des Stadtrats bis zur Fertigstellung nur 13 Monate gedauert habe. Nun folgen der zweite Bauabschnitt sowie die Neugestaltung des Stadtparks - unter anderem mit 23 neuen Bäumen - und des Bahnhofsplatzes. Denn nur eine attraktive Innenstadt könne erfolgreich sein, so Hümmer. Zwar habe sich das Einkaufsverhalten in Richtung Internet geändert, aber: „Bildschirme bieten keine Aufenthaltsqualität, keine Menschen, keine Emotionen.“
Dabei sei die Frage nicht, ob wie uns das alles leisten können, sondern: „Können wir uns leisten, es nicht zu tun?“ Bei diesen Maßnahmen bekomme die Stadt 60 bis 80 Prozent Fördermittel vom Freistaat. Diese Gelder würden ohnehin verbaut, und das Ziel sei, möglichst viel davon nach Traunstein zu holen und damit Sinnvolles umzusetzen. „In den vergangenen sechs Jahren haben wir über 100 Millionen Euro investiert, aber zugleich wurde die Verschuldung pro Kopf reduziert“, resümierte Hümmer. Damit sei Traunstein reicher geworden, ohne neue Schulden zu machen.
Dabei werde bei allen Maßnahmen die Barrierefreiheit mitgedacht - das sei vor allem für ältere Bürger wichtig, aber beispielsweise auch, wenn man mit dem Kinderwagen unterwegs sei.
Ausbau des Busverkehrs und Fahrradstreife
Eine große Aufgabe sieht Hümmer in der Verbesserung des Busverkehrs. Das Jahresticket für den Rufbus koste 36,50 Euro und dieses Angebot werde verstärkt genutzt. Ziel sei es daher, die Mobilität weiter auszubauen. Generell sei der Verkehr ein emotionales Thema: „Mobilität muss zusammen gedacht werden, man muss Rücksicht nehmen und auch Kompromisse schließen.“ Ein großes Ärgernis sind dabei Fahrradfahrer auf Gehwegen. Um dies in den Griff zu bekommen und die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen, wird in Traunstein zukünftig eine Fahrradstreife unterwegs sein, versprach Hümmer. Abschließend warb der Oberbürgermeister die Anwesenden um Unterstützung bei seiner Wiederwahl: „Damit Traunstein so liebens- und lebenswert bleibt.“ Im Anschluss hatten die einzelnen Stadtratskandidaten noch die Gelegenheit, sich dem Publikum vorzustellen und um die Stimmen der Senioren zu bitten.