Schändung der Gedenkstätte Holzner Rede von Karl Schulz im Stadtrat am 26.11.2015

Meine Damen und Herren,

mich bewegt eine knapp gefasste Randnotiz im Traunsteiner Tagblatt vom 25. November auf Seite 9, wo es heißt: „Gedenkstätte wurde zerkratzt. Ein rechtsextremes Symbol kratzten Unbekannte in die Gedenkstätte für die jüdische Familie Holzer, die an der Kernstraße steht.“

Ich füge hinzu: Leider schon wieder!

 

Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Erinnerungsstein von garantiert hirnfreiem, verstandesmäßig im Status „Null“ gebliebenem Mob verunglimpft wurde!

Die Viehhändlerfamilie Holzer, in Traunstein ansässig oder dort geboren, wurde am 10. November 1938 im Gefolge der Hetzkampagnen örtlicher NS-Organisationen von ihrem Anwesen in der Kernstraße 6 vertrieben.

Neun Familienangehörige wurden in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet.

Diese Menschen haben schreckliches Leid erfahren müssen, das man sich nicht vorstellen mag!

Terror, Entrechtung, Vertreibung, Entmenschlichung, welche hoffentlich keiner von uns selbst jemals erfahren muss!

Die, die sich anlässlich der Pogromnacht  wieder an den Opfern dieser nationalsozialistischen Vernichtungspolitik vergangen haben, wissen nichts und lernen nichts!

Sie sollen aber sehen, dass wir ihre Tat  nicht unwidersprochen lassen.

Es ist mir wichtig, hier im Stadtrat öffentlich deutlich zu machen, dass wir uns wehren gegen den düsteren, braunen Ungeist!

Nationalistischer Fanatismus und das menschenverachtende, rassistische Gedankengut der Rechtsextremisten sind ein gefährliches Gift, das alle Werte zerstören soll, die unser Land heute auszeichnen!

DasEuchwollen wir  in Traunstein nicht haben! – Nie wieder!

Karl Schulz

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