Die Seniorenunion Traunstein verlegte ihren monatlichen Stammtisch diesmal vom gewohnten Treffpunkt im Sailer Keller ins Traunsteiner Heimatmuseum – und erlebte dort eine interessante Zeitreise durch die Stadtgeschichte. Viele interessierte Seniorinnen und Senioren folgten der Einladung von Reinhard Lampoltshammer und Gerald Berger.
Museumsleiter Herr Schuch begrüßte die Gruppe in der historischen Ziegler Wirtsstube, wo einst die Traunsteiner Zünfte zusammenkamen. Die Stube diente damals als eine Art „Arbeitsvermittlung“ für Handwerker. Noch heute erinnern alte Zunftzeichen, wie ein Zinnschuh, an diese Zeit. Auch der sogenannte „Omnibus“, einst den Honorationen vorbehalten, ist erhalten geblieben. Die Stühle in der Wirtsstube stammen übrigens aus Spenden Traunsteiner Bürger.
Im weiteren Rundgang führte Herr Schuch die Besucher in die oberen Stockwerke des Museums. Dort konnten die Seniorinnen und Senioren unter anderem eine alte Schießscharte und eine kunstvoll gearbeitete Holzdecke bewundern. Besonders eindrucksvoll war der dem Handwerk gewidmete Bereich mit einer verzierten Zunfttruhe und einer originalen Schuhmacherwerkstatt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist ein Zollstock mit kunstvollen Holzintarsien, unter anderem mit einem Dromedar – ein Hinweis darauf, dass sein Erbauer möglicherweise eine Pilgerreise nach Jerusalem unternommen hatte.
Ein weiterer Höhepunkt war der sakrale Bereich des Museums. Dort befindet sich ein seltener Palmesel aus dem 16. Jahrhundert, wie Herr Schuch erklärte. Solche Figuren wurden früher in alpenländischen Prozessionen verwendet. Mit einem Augenzwinkern erzählte er, dass der Brauch irgendwann „ins Abstruse verkehrt“ sei – etwa, wenn die Jesusfigur mit Würsten behängt wurde. Schließlich verschwanden die Umzüge, und viele Palmesel endeten als Brennholz.
Zum Abschluss des rundum gelungenen Nachmittags lud die Seniorenunion noch zu einer gemütlichen Brotzeit in der Ziegler Wirtsstube ein. Bei anregenden Gesprächen klang der Besuch im Heimatmuseum aus.